Burggasthof Strahlenburg Schriesheim

Heinrich von Kleist, 1777-1811 "Das Käthchen von Heilbronn"

Zusammenfassung des Ritterschauspiels:

Seitdem Käthchen, die Tochter des Waffenschmieds Friedeborn, eines Tages den edlen Ritter Graf von Strahl in der Werkstatt ihres Vaters gesehen hat, ist es um sie geschehen. Einem seltsamen Zwang gehorchend, folgt sie ihm ständig auf Schritt und Tritt.

Der alte Friedeborn verklagt den Ritter beim Femegericht wegen zauberischer Entführung seiner Tochter, doch die Richter müssen auf Freispruch erkennen und dem Angeklagten nahelegen, Käthchen zur Rückkehr ins Vaterhaus zu bewegen. Tatsächlich ist der Graf innig in das unschuldige Mädchen verliebt, darf sie aber aus Standesrücksichten nicht zum Weibe begehren.

Seit langem liegt er mit Kunigunde von Thurneck im Fehde. Während einer Gewitternacht entdeckt er sie in einer Köhlerhütte, wohin ihr ehemaliger Verlobter, der Burggraf von Freiburg sie verschleppt hat. Graf von Strahl befreit sie und lässt sie auf sein Schloß (die Strahlenburg) bringen. Da wandelt sich ihr Hass in Liebe zu dem Retter. Der Graf, dem einst im Traum eine Kaisertochter verheißen wurde glaubt sie in Kunigunde gefunden zu haben. Unterdessen bereitet der jetzige Verlobte Kunigundes, ein Attentat auf das Schloß vor.

Das erfährt Käthchen und sie eilt zu Kunigunde und Ritter Graf von Strahl, um beide zu warnen. Aber die Tat gelingt. Das Schloss steht in Flammen und die eifersüchtige Kunigunde schickt Käthchen ins Feuer, um einen Wertgegenstand herauszuholen. Doch wie von Himmelsmächten behütet, entsteigt Käthchen unversehrt den Trümmern. Unter einem Holunderbusch auf seinem eigenen Schloß findet Ritter Graf von Strahl das Mädchen im tiefen Schlaf. Aber sie bewegt ihre Lippen und antwortet gar auf Fragen. So erfährt er, dass sie ihm nur folgte weil sie einer Verkündigung gehorche, denn er sei ihr als ihr zukünftiger Gemahl im Traum erschienen. Jetzt ist der Ritter überzeugt, dass Käthchen die Tochter des Kaisers ist. Der weißt das Ansinnen empört zurück und lässt ein Gottesgericht entscheiden. Ritter Graf von Strahl geht als Sieger daraus hervor, und jetzt erklärt der Kaiser den wahren Zusammenhang. Käthchen ist wirklich seine leibliche Tochter, und der Graf darf sie nun "im kaiserlichen Brautschmuck" heimführen.

Was das Schauspiel im Grunde aber zu einem beliebten Volksstück machte, das waren die ausgesprochen romantischen Züge: Die schlafwandlerische Hörigkeit des Mädchens, das mittelalterliche Femegericht, die Traumszene unter dem Holunderstrauch, die Prophezeiung des Himmels und die Gewitternacht vor der Köhlerhütte.