Burggasthof Strahlenburg Schriesheim

Geschichte der Burg

Burg vor der Zerstörung, Burggasthof Strahlenburg Schriesheim

Der Bau

Um 1235 begann Conrad von Strahlenberg mit dem Bau der Strahlenburg. Das Geschlecht der Strahlenberger war also der Namensgeber der Burg, während ansonsten der Name der Burg auf die Erbauer überging. Die Burg war nur der Anfang einer geplanten Wehranlage für die Stadt Schriesheim, die Conrad von Strahlenburg erbaute, um sein Einkommen durch Steuern und Zöllen zu erhöhen. Der Burgbau war rechtlos, denn Grund und Boden gehörten dem Kloster Ellwangen. Zu diesen Zeiten herrschte Kaiser Friedrich der Zweite. Der Abt des Klosters Ellwangens rief die kaiserliche Gerichtlichkeit an, um den unrechtmäßigen Bau zu stoppen. Das Gericht verurteilte den Erbauer, der sodann recht- und schutzlos war. Dennoch kam es zu einer Einigung. Das Kloster gestattete die Weiterführung des Burgbaus und liess sich das mit erheblichen Zugeständnissen des Strahlenbergers bezahlen. Zu dieser Zeit wurde der einst 30 Meter hohe Bergfried mit seinen Rundbögen und der innere Mantel der Anlage geschaffen. Der Palas mit der fensterreichen Westfassade von gotischen Spitzbogenfenstern wurde wohl in der zweiten Bauperiode im 14 Jahrhundert errichtet.

Als Baumaterial diente der Granit des Felsens und Prophyr, das schon immer in Schriesheim als Baumaterial benutzt wurde. Viele andere Burgen wurden in diesen Zeiten aus Sandsteinquadern gemauert.

Solange die Burg bewohnt war, trug sie den Namen Schloss Strahlenberg. Noch heute spricht man vom Schriesheimer Schlossberg oder vom Schlossturm.

Die Einnahme der Burg durch Kurfürst Friedrich I.
In den unruhigen Zeiten des 14.Jahrhunderts wechselten oftmals die Beherrscher von Burg und Stadt. Die Besitzrechte wurden vererbt, verpfändet oder verkauft. Schließlich erlangten die Veltenzer im Jahre 1468 den Besitz. Ludwig von Veltenz aber, (auch der Schwarze genannt), war ein Feind des Heidelberger Kurfürsten Friedrich I. Dieser schickte 1470 seinen Vogt Simon von Balshofen mit einem Heer nach Schriesheim und vereinnahmte die Burg schon nach wenigen Tagen der Belagerung.

Die Verteidiger wurden gefangen genommen, einige im Stadtgraben ertränkt. Weinvorräte und Waffen mussten abgeliefert werden. Die Märkte wurden aufgehoben. Schriesheim verlor seine Stadtrechte.

Die Zerstörung der Burg

Die Zerstörung der Burg, Burggasthof Strahlenburg Schriesheim

Wohl zwischen 1485 und 1520 ist das Holzwerk der Burg durch eine grosse Feuersbrunst vernichtet worden. Auch aus dem Jahre 1504 wird von grossen Verwüstungen von Dörfern und Burgen im Kriege berichtet. Es ist auch möglich, dass die Strahlenburg in diesen Zeiten durch einen Blitzüberfall der Hessen zerstört wurde.

Der Abbruch nach der Zerstörung

Die Schriesheimer Hofkellerei beantragte 1733 einen Mauer-Schutz der Weinberge gegen die Zunahme der Traubendiebstähle. Schließlich genehmigte der Kurfürst Karl Phillip den Abbruch der Burg. Die Steine wurden zum Bau einer Schutzmauer ins Dorf gekarrt. Die Aktion dauerte einen Sommer. Was wir heute noch sehen, ist nur die übriggebliebene Hälfte der Burg. Im 19. Jahrhundert regte die Burg viele Künstler zu verschiedenen Werken an. Die Strahlenburg war von einem besonderen Hauch der Romantik umwittert Heinrich von Kleist schrieb das Ritterschauspiel "Das Käthchen von Heilbronn." Um 1900 begann man mit der Bewirtschaftung der Burg.

Quelle: Eugen Herwig, "Schriesheim Ansichten und Pläne aus einer vierhundertjährigen Vergangenheit"
Quelle: Eugen Herwig, "Schriesheim Ansichten und Pläne aus einer vierhundertjährigen Vergangenheit"